SIM-Karten-Formate 2026: Welche SIM passt in dein Handy?

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Stand: Oktober 2026 · Von Florian Schmidt

SIM-Karten-Formate im Größenvergleich: Mini-, Micro-, Nano-SIM und eSIM neben einem Smartphone

Passt eine Prepaid-Karte wie die o2 Freikarte oder die Vodafone CallYa Karte in dein Handy? Meist ja: Die meisten aktuellen Smartphones nutzen eine Nano-SIM, und viele Anbieter liefern ihre Karten als Triple-SIM zum Herausbrechen.

In diesem Ratgeber findest du alle Formate mit ihren offiziellen Maßen, erfährst, wie du herausfindest, was dein Gerät braucht, und worauf du bei der eSIM achten solltest. Die Angaben stützen sich auf die Norm ETSI TS 102 221 sowie auf die Hilfeseiten von Herstellern und Netzbetreibern (Quellen am Ende).

Alle SIM-Formate im Vergleich

Format
Technische Bezeichnung
Maße (B × H)
Typische Geräte
Ur-SIM (Scheckkarte)
1FF / ID-1
85,6 × 53,98 mm
Autotelefone und Handys der 1990er, heute nur noch historisch
Mini-SIM („Standard-SIM“)
2FF / Plug-in
25 × 15 mm
Ältere Handys und einfache Tastenhandys
3FF / Mini-UICC
15 × 12 mm
Ältere Smartphones, z. B. iPhone 4/4s, Samsung Galaxy S3 bis S5
4FF
12,3 × 8,8 mm, 0,67 mm dick
Praktisch alle aktuellen Smartphones mit SIM-Fach
eUICC, fest verlötet
kein Kartenformat, Chip im Gerät
Viele Smartphones seit 2018, Smartwatches, Tablets
iSIM
SIM-Funktion im Hauptprozessor
kein eigener Chip
Bisher vor allem im IoT-Bereich, bei Smartphones noch selten

Mini- und Micro-SIM sind so dick wie eine Scheckkarte (rund 0,76 mm). Die Nano-SIM ist mit 0,67 mm etwas dünner. Ein bloßes Zuschneiden einer größeren Karte ergibt deshalb keine normgerechte Nano-SIM.


Triple-SIM: Drei Größen in einer Karte

Wenn du eine kostenlose Prepaid-Karte bestellst, musst du meistens keine Größe auswählen. Viele Anbieter verschicken eine Triple-SIM (auch 3-in-1-SIM oder Kombi-SIM genannt). Das ist eine Plastikkarte im Scheckkartenformat, in der die Formate vorgestanzt sind. Du drückst einfach die passende Größe heraus:

  • Äußerer Rahmen: Mini-SIM für sehr alte Geräte
  • Mittlerer Rahmen: Micro-SIM für ältere Smartphones
  • Innerster Kern: Nano-SIM, der heutige Standard

Tipp: Brich zuerst nur das Format heraus, das du brauchst. Lass die Rahmen trotzdem nicht im Müll verschwinden, bis die Karte funktioniert. Spätestens bei einem älteren Zweithandy kann ein Rahmen als Adapter noch nützlich sein, er hält aber oft nicht mehr stabil.


Nicht verwechseln: Triple-SIM, Dual-SIM und MultiSIM

Die Begriffe klingen ähnlich, bedeuten aber etwas ganz anderes:

  • Triple-SIM: eine Karte mit drei vorgestanzten Größen (Kartenformat)
  • Dual-SIM: zwei Rufnummern in einem Smartphone, z. B. Nano-SIM plus eSIM oder zwei eSIMs
  • MultiSIM: eine Rufnummer auf mehreren Geräten, z. B. Smartphone und Smartwatch. Das ist ein Zusatzangebot zu bestimmten Laufzeitverträgen, bei Prepaid in der Regel nicht buchbar (bitte prüfen, je nach Anbieter)

So findest du heraus, welche SIM dein Gerät braucht

  1. Datenblatt oder Hersteller-Hilfeseite: Apple, Samsung und Google listen für jedes Modell, ob es Nano-SIM, eSIM oder beides unterstützt.
  2. SIM-Fach ansehen: Den Schlitten öffnest du mit dem SIM-Werkzeug. Ein kleines Fach ist fast immer für eine Nano-SIM.
  3. eSIM-Unterstützung in den Einstellungen prüfen:
    • iPhone: Einstellungen > Mobilfunk. Erscheint „eSIM hinzufügen“, kann dein iPhone eSIM.
    • Samsung Galaxy: Einstellungen > Verbindungen > SIM-Manager > eSIM hinzufügen
    • Google Pixel: Einstellungen > Netzwerk & Internet > SIM-Karten > SIM-Karte hinzufügen

Welche Geräte unterstützen eSIM?

  • iPhone: ab iPhone XS, XS Max und XR (2018). Ab dem iPhone 13 sind zwei eSIMs gleichzeitig möglich.
  • Google Pixel: alle Modelle ab Pixel 4. Pixel 3 und 3a nur je nach Kaufland bzw. Anbieter.
  • Samsung Galaxy: u. a. Galaxy S20 bis S26, die Fold- und Flip-Reihe sowie einzelne A-Modelle. Ob ein A-Modell in Deutschland eSIM kann, hängt vom Modell und der Region ab, Samsung pflegt dazu eine Liste.

Handys ohne SIM-Fach (eSIM-only)

In Deutschland ist das noch die Ausnahme. Das iPhone Air und das faltbare iPhone Duo haben weltweit kein SIM-Fach mehr, du brauchst dafür zwingend einen Tarif mit eSIM. iPhone 17, 17 Pro, 18 Pro und 18 Pro Max haben in Deutschland weiterhin ein Nano-SIM-Fach plus eSIM. In den USA und einigen anderen Ländern werden dieselben iPhones dagegen ohne SIM-Fach verkauft, ebenso die Pixel-10-Reihe in den USA. In Deutschland hat das Pixel 10 ein Nano-SIM-Fach.

Wichtig beim Gebrauchtkauf oder Import: Prüfe das genaue Modell. Ein US-iPhone ab dem iPhone 14 nimmt keine physische SIM-Karte auf.


Die eSIM: Tarif per Download

Die eSIM ist ein fest verbauter Chip, auf den du deinen Tarif als eSIM-Profil lädst. Viele Geräte können mehrere Profile speichern, du kannst zwischen ihnen in den Einstellungen wechseln.

Meine Erfahrung: Ich nutze selbst eine eSIM und kenne den Ablauf aus der Praxis. Außerdem habe ich die o2 Freikarte, die Vodafone CallYa Freikarte und die netzclub-SIM selbst kostenlos bestellt.


So wird eine eSIM aktiviert

Je nach Anbieter und Gerät gibt es mehrere Wege:

  • QR-Code: Du bekommst vom Anbieter einen QR-Code (per Post, E-Mail oder im Kundenportal) und scannst ihn in den Mobilfunk-Einstellungen. Manche Anbieter verlangen zusätzlich einen Bestätigungscode.
  • Aktivierungscode manuell eingeben: Falls du den QR-Code nicht scannen kannst, z. B. weil er auf demselben Handy angezeigt wird.
  • Direkt-Aktivierung über die Geräte-ID (EID): Der Anbieter verknüpft das Profil mit deinem Gerät, es wird dann ohne QR-Code per WLAN geladen. Bei der Telekom heißt das z. B. „eSIM Direct“.
  • Anbieter-App: Einige Anbieter richten die eSIM direkt in ihrer App ein.
  • Übertragung vom alten Handy: Beim iPhone heißt das „eSIM-Schnellübertragung“ (beide Geräte mit iOS 18.4 oder neuer, Bluetooth an, gleicher Apple Account), bei Samsung „eSIM Instant Transfer“. Das funktioniert nur, wenn dein Anbieter es unterstützt.

Bei manchen Anbietern kannst du eine vorhandene physische SIM auch direkt im Handy in eine eSIM umwandeln.


Vorteile der eSIM

  • Kein Kartenwechsel: Kein SIM-Werkzeug, kein Herausbrechen, keine winzigen Plastikteile.
  • Schneller Start: Du musst nicht auf die Post warten. Bei Prepaid musst du dich aber trotzdem vor der Nutzung ausweisen, etwa per VideoIdent. Mehr dazu im Ratgeber SIM-Karte ohne Registrierung.
  • Zwei Nummern auf einem Gerät: Mit Dual-SIM kannst du z. B. eine Gratis-SIM als Zweitnummer neben deinem Haupttarif nutzen.
  • Reisen: Ein zusätzliches eSIM-Profil für das Ausland lässt sich neben der eigenen Nummer einrichten.

Darauf solltest du bei der eSIM achten

  • Profil nicht vorschnell löschen: Ein gelöschtes eSIM-Profil lässt sich je nach Anbieter nicht einfach wiederherstellen, du brauchst dann ein neues Profil. Ob das kostenlos ist, hängt vom Anbieter ab.
  • Handywechsel: Ohne Schnellübertragung musst du beim Anbieter ein neues Profil für das neue Gerät anfordern. Vor Verkauf oder Reparatur das Profil bewusst entfernen.
  • PIN und PUK gehören auch bei der eSIM zum Profil. Bewahre sie sicher auf.
  • Nicht jeder Prepaid-Tarif bietet eine eSIM. Ob eine Gratis-SIM auch als eSIM erhältlich ist, steht in der jeweiligen Anbieter-Analyse in der Übersicht aller Prepaid-Anbieter.

Praxistipps: Wenn die SIM-Karte nicht passt

Die SIM-Karte ist zu klein

Du hast eine Nano-SIM, aber dein altes Zweithandy braucht eine Micro- oder Mini-SIM? Dann hilft ein SIM-Adapter. Das ist ein Kunststoffrahmen, in den du die Nano-SIM einlegst. Achte darauf, dass die Karte fest sitzt, damit sie sich im Gerät nicht verkantet.


Die SIM-Karte ist zu groß

Von Zuschneiden mit Schere oder Stanze rate ich ab. Der Chip kann beschädigt werden, und eine zugeschnittene Karte kann im Fach hängen bleiben. Apple weist ausdrücklich darauf hin, dass Schäden am SIM-Fach durch modifizierte SIM-Karten nicht von der Garantie gedeckt sind. Besser:

  • Nummer behalten: Fordere bei deinem bisherigen Anbieter eine Ersatz-SIM im passenden Format oder als Triple-SIM an, oder wechsle auf eine eSIM.
  • Neue Nummer ist ok: Bestelle eine neue Karte, z. B. eine kostenlose Prepaid-Karte. Die kommt in der Regel als Triple-SIM.

Die SIM-Karte wird nicht erkannt

Sehr alte SIM-Karten funktionieren in manchen neuen Handys nicht mehr. Google nennt das etwa für das Pixel 8 und neuer. Dann hilft nur eine neue SIM-Karte vom Anbieter. Prüfe außerdem, ob die Karte richtig herum liegt (die abgeschrägte Ecke zeigt die Richtung) und ob sie schon aktiviert ist.


Fazit: Welche SIM brauchst du?

  • Für fast alle aktuellen Smartphones ist die Nano-SIM richtig. Mit einer Triple-SIM bist du auf der sicheren Seite, weil du die Größe selbst wählst.
  • Wenn dein Handy eSIM kann, ist sie bequem, vor allem als Zweitnummer neben deinem Haupttarif. Prüfe aber vorher, ob dein Wunsch-Anbieter für Prepaid eine eSIM anbietet.
  • Bei iPhone Air, iPhone Duo und importierten US-Geräten geht nur die eSIM.

Wie ich Tarife und Anbieter analysiere, erkläre ich auf der Seite Methodik. Weitere Grundlagen findest du im Lexikon unter SIM-Karte, eSIM, VoLTE und WLAN-Call.


Häufige Fragen zu SIM-Karten-Formaten

Welche SIM-Karte brauche ich für ein aktuelles Smartphone?

Fast alle aktuellen Smartphones mit SIM-Fach nutzen eine Nano-SIM (12,3 × 8,8 mm). Viele Modelle unterstützen zusätzlich eine eSIM. Ausnahmen ohne SIM-Fach sind in Deutschland bisher das iPhone Air und das iPhone Duo.

Was ist eine Triple-SIM?

Eine Triple-SIM ist eine Karte im Scheckkartenformat, in der Mini-, Micro- und Nano-SIM vorgestanzt sind. Du brichst das Format heraus, das in dein Handy passt. Viele Anbieter verschicken ihre SIM-Karten so.

Kann ich eine SIM-Karte selbst zuschneiden?

Davon rate ich ab. Der Chip kann beschädigt werden, und die Karte kann im SIM-Fach hängen bleiben. Bei Apple sind Schäden durch modifizierte SIM-Karten nicht von der Garantie gedeckt. Fordere lieber eine Ersatz-SIM im passenden Format an.

Wie aktiviere ich eine eSIM?

Meist scannst du einen QR-Code vom Anbieter in den Mobilfunk-Einstellungen deines Handys. Je nach Anbieter geht es auch per App, per Aktivierungscode, automatisch über die Geräte-ID (EID) oder per Übertragung vom alten Handy. Bei Prepaid musst du dich vorher ausweisen.

Kann ich Nano-SIM und eSIM gleichzeitig nutzen?

Ja, wenn dein Handy Dual-SIM unterstützt. Dann nutzt du zum Beispiel deinen Haupttarif auf der Nano-SIM und eine Gratis-SIM als eSIM. Ab dem iPhone 13 sind auch zwei eSIMs gleichzeitig möglich.

Über den Autor

Florian Schmidt betreibt gratissimo.net allein und beobachtet den Prepaid-Markt seit über zehn Jahren. Wie er Angebote analysiert, steht auf der Seite Methodik.


Quellen

Stand der Abrufe: 28.10.2026.

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