SIM-Karten ohne Registrierung: Was 2026 in Deutschland gilt

Home » Ratgeber » SIM-Karten ohne Registrierung: Was 2026 in Deutschland gilt

Stand: Oktober 2026 · Von Florian Schmidt

Illustration: Smartphone mit Prepaid-SIM-Karte und Personalausweis bei der Online-Identifizierung

Du suchst eine Prepaid-Karte, die du ohne Angabe deiner Daten nutzen kannst? Dann gleich die ehrliche Antwort: In Deutschland wird jede neue Prepaid-SIM erst freigeschaltet, nachdem du dich mit einem Ausweisdokument identifiziert hast. Das gilt auch für Gratis-SIMs und für die eSIM.

Hier erkläre ich, was das Gesetz verlangt, welche Ident-Verfahren es gibt, was von „anonymen“ Karten zu halten ist und wie du trotzdem kostenlos an eine SIM kommst. Die Angaben stützen sich auf das Telekommunikationsgesetz, die Bundesnetzagentur und die Hilfeseiten der Anbieter (Quellen am Ende). Eine Rechtsberatung ersetzt dieser Ratgeber nicht.

Die Rechtslage: Ausweisprüfung vor der Freischaltung

Seit Juli 2017: Prepaid nur noch mit Ausweis

Früher wurden Name und Adresse bei Prepaid-Karten nicht geprüft. Das änderte das Gesetz zum besseren Informationsaustausch bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus von 2016. Seit dem 1. Juli 2017 müssen Anbieter die Daten bei neuen Prepaid-Karten anhand eines Ausweises überprüfen. Karten, die schon vorher aktiviert waren, mussten nicht nachträglich registriert werden.

Heute: § 172 TKG

Seit dem 1. Dezember 2021 steht die Regel in § 172 des Telekommunikationsgesetzes (TKG). Vorher war es § 111 des alten TKG. Das Gesetz verlangt zwei Dinge:

  • Daten erheben (Absatz 1): Vor der Freischaltung muss der Anbieter unter anderem Rufnummer, Name, Anschrift und bei Privatpersonen das Geburtsdatum speichern. Das gilt für alle Mobilfunkanschlüsse, auch für Laufzeitverträge.
  • Daten prüfen (Absatz 2): Bei Prepaid muss der Anbieter Name, Anschrift und Geburtsdatum zusätzlich vor der Freischaltung anhand eines Dokuments überprüfen, soweit diese Angaben darin stehen.

Als Dokument zählen laut Gesetz der Personalausweis, der Reisepass, ein sonstiger amtlicher Lichtbildausweis, mit dem die Ausweispflicht erfüllt wird, ein Aufenthaltstitel sowie bestimmte Bescheinigungen nach dem Asyl- und Aufenthaltsrecht. Bei Firmen ist es ein Registerauszug.

Was das für dich heißt: Ohne erfolgreiche Identifizierung wird eine Prepaid-Karte nicht freigeschaltet. Es spielt keine Rolle, ob du sie im Supermarkt kaufst, online bestellst oder kostenlos als Freikarte bekommst.

Warum die Daten gespeichert werden

§ 172 TKG heißt „Daten für Auskunftsersuchen der Sicherheitsbehörden“. Über die Verfahren nach §§ 173 und 174 TKG können berechtigte Stellen abfragen, wem eine Rufnummer gehört. Gelöscht werden die Daten mit Ablauf des Kalenderjahres, das auf das Vertragsende folgt.

Diese Ident-Verfahren gibt es

Neben der direkten Ausweisvorlage dürfen Anbieter weitere Verfahren nutzen, die die Bundesnetzagentur in ihrer Verfügung Nr. 94/2021 festgelegt hat. Die Online-Ausweisfunktion (eID) ist der Ausweisvorlage gesetzlich gleichgestellt. Welche Verfahren du konkret nutzen kannst, entscheidet der Anbieter.

Verfahren
So läuft es ab
Das brauchst du
Shop- oder Händler-Ident
Du legst deinen Ausweis im Shop oder beim Fachhändler vor, die Daten werden dort erfasst und geprüft.
Gültiges Ausweisdokument
VideoIdent
Videoanruf mit geschulten Mitarbeitenden, die deinen Ausweis und dich vor der Kamera prüfen. Vodafone nennt Erreichbarkeit von 8 bis 22 Uhr.
Smartphone, Tablet oder PC mit Kamera, stabile Internetverbindung, gutes Licht, Ausweis
Automatisiertes Video- oder Selfie-Ident
Eine App prüft Ausweis und ein kurzes Selfie-Video automatisch, z. B. die POSTIDENT-App bei Vodafone oder „Identity Online“ bei o2.
Smartphone mit Kamera, Ausweis
Online-Ausweis (eID)
Du liest deinen Personalausweis oder eAT per NFC mit dem Handy aus und bestätigst mit deiner PIN. Vodafone nennt eID seine schnellste Methode.
Aktivierte Online-Ausweisfunktion, 6-stellige PIN, NFC-fähiges Smartphone, AusweisApp oder Partner-App
POSTIDENT in der Filiale
Du bekommst online einen Coupon und zeigst ihn mit deinem Ausweis in einer Postfiliale vor.
Ausgedruckter oder digitaler Coupon, Ausweis
Abgleich mit bestehender Identifizierung
Der Anbieter gleicht deine Daten mit einer früheren, geprüften Identifizierung ab. Bei Vodafone etwa müssen Kund:innen, die seit mehr als 3 Monaten bei Vodafone oder otelo sind, sich nicht erneut identifizieren.
Bestehendes, geprüftes Kundenkonto

Wichtig: Die Identifizierung muss die Person durchführen, auf die die Karte registriert wird. o2 weist ausdrücklich darauf hin, dass alle Vornamen mit dem Ausweis übereinstimmen müssen und die bloße Eingabe der Ausweisdaten nicht reicht.

Gilt das auch für die eSIM?

Ja. Die eSIM ist nur eine andere Bauform. Vodafone schreibt zum Beispiel, dass du dich für die CallYa-eSIM genauso identifizierst wie für die Plastikkarte. Der Vorteil der eSIM liegt woanders: Du musst nach der Identifizierung nicht auf die Post warten, weil das Profil digital kommt. Wie die Aktivierung technisch funktioniert, erkläre ich im Ratgeber SIM-Karten-Formate und im Lexikon unter eSIM.

Mythen und Risiken rund um „anonyme“ SIM-Karten

„Im Ausland gibt es SIMs ohne Registrierung“

Die Regeln sind von Land zu Land verschieden. Eine Registrierungspflicht für Prepaid ist aber weit verbreitet: Laut einem Bericht des Branchenverbands GSMA galt sie im Februar 2021 in 157 Ländern. Prüfe also vor dem Kauf einer Auslands- oder Reise-SIM die Bedingungen des jeweiligen Anbieters.

Wer eine ausländische SIM dauerhaft in Deutschland nutzen will, stößt außerdem auf die Fair-Use-Regeln beim EU-Roaming. Nach Angaben der Bundesnetzagentur darf ein Anbieter Nutzung und Aufenthalt über mindestens vier Monate beobachten. Findet beides überwiegend im Ausland statt, warnt er dich und darf Aufschläge berechnen, wenn du dein Verhalten nicht innerhalb von zwei Wochen änderst. Für den Alltag in Deutschland ist eine deutsche Karte deshalb die bessere Wahl.

„Fertig registrierte Karten“ von Marktplätzen

Von „vorregistrierten“ Karten aus Kleinanzeigen oder Marktplätzen rate ich dringend ab. Anschlussinhaber ist dann eine fremde Person. Guthaben, Rufnummer, Sperren und eine spätere Rufnummernmitnahme hängen an ihren Daten, nicht an deinen. Woher die Daten stammen, kannst du nicht nachprüfen. Im schlimmsten Fall wurden sie ohne Wissen der Person verwendet.

„Die Ausweisdaten landen überall“

Gespeichert werden müssen Name, Anschrift, Geburtsdatum sowie Art, Nummer und ausstellende Stelle des Ausweises. Darüber hinaus gilt der normale Datenschutz. Lies vorher die Datenschutzhinweise des Anbieters bzw. Ident-Dienstleisters.

Die Alternative: Kostenlose SIM-Karten mit Registrierung

Registrieren musst du dich in jedem Fall. Bezahlen musst du für die Karte aber nicht. Diese Angebote analysiere ich ausführlich auf eigenen Seiten. Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links: Wenn du darüber bestellst, erhalte ich eventuell eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Mehr dazu in der Methodik.

Vodafone CallYa Freikarte

Die CallYa Freikarte bestellst du online, Karte und Versand sind kostenlos. Zur Identifizierung bietet Vodafone eID, Video-Anruf, Selfie-Ident per POSTIDENT-App und die Postfiliale an. Nach der Bestellung hast du laut Vodafone bis zu 30 Tage Zeit für die Identifizierung, den Link bekommst du per E-Mail. Nach erfolgreicher Identifizierung ist CallYa laut Vodafone spätestens nach 24 Stunden nutzbar.

» Jetzt CallYa Freikarte kostenlos bestellen*

o2 Freikarte (Basistarif)

Auch o2 verschickt mit der o2 Freikarte mit Basistarif eine kostenlose Prepaid-Karte. Freigeschaltet wird sie per OnlineIdent (automatisiert per Smartphone oder im Video-Chat) oder per POSTIDENT in der Filiale. Laut o2 sind deutsche Personalausweise, Reisepässe, Aufenthaltstitel sowie Ausweise vieler weiterer Länder zugelassen.

» Jetzt o2 Freikarte kostenlos bestellen*

o2 Testkarte: kein Prepaid, aber auch nicht anonym

Die o2 Testkarte* ist keine Prepaid-Karte, sondern ein auf 30 Tage befristeter Tarif, der danach automatisch endet. Laut o2 bekommst du unbegrenztes Datenvolumen im deutschen o2-Netz plus Telefon- und SMS-Flat, EU-Roaming ist nicht möglich. Voraussetzungen sind unter anderem ein Wohnsitz in Deutschland und kein o2-Laufzeitvertrag in den letzten 6 Monaten, die Karte gibt es nur einmal pro Person. Anonym ist auch sie nicht: Du bestellst mit Namen, Adresse und Bankverbindung. Der bei der Bestellung aufgeführte Betrag von 99,99 € wird sofort rabattiert und laut o2 nur berechnet, wenn du die Voraussetzungen nicht erfüllst.

Meine Erfahrung: Ich habe die o2 Freikarte, die Vodafone CallYa Freikarte und die netzclub-SIM selbst kostenlos bestellt. netzclub gibt es inzwischen nicht mehr, Alternativen findest du im Ratgeber netzclub eingestellt. Außerdem nutze ich selbst eine eSIM.

Praxistipps für eine reibungslose Identifizierung

  1. Ausweis prüfen: Er muss gültig sein. Ein abgelaufener Ausweis wird nicht akzeptiert.
  2. Daten exakt eingeben: Alle Vornamen und die Schreibweise so, wie sie im Ausweis stehen. Tippfehler bei Name oder E-Mail-Adresse können die Freischaltung verzögern.
  3. Online-Ausweis vorbereiten: Für eID brauchst du die 6-stellige PIN. Hast du sie nicht mehr, kann dir laut Vodafone das Bürgeramt die Funktion kostenlos aktivieren und eine neue PIN geben.
  4. Beim VideoIdent: Gutes Licht, stabile Internetverbindung und die Servicezeiten beachten.
  5. Frist im Blick behalten: Bei Vodafone hast du bis zu 30 Tage nach der Bestellung Zeit.
  6. Nur offizielle Links nutzen: Starte die Identifizierung über die Bestellbestätigung oder die Seite des Anbieters, nicht über Links aus fremden E-Mails oder SMS.

Du bist dir noch unsicher, welche Karte zu dir passt? Hier findest du die D1-Prepaid-Karten, D2-Prepaid-Karten und o2-Prepaid-Karten, alle kostenlosen SIM-Karten und die Übersicht aller Prepaid-Anbieter.

Fazit: Registrierung ist Pflicht, kostenlos geht trotzdem

  • Eine neue Prepaid-SIM ohne Identifizierung gibt es in Deutschland nicht. Grundlage ist § 172 TKG, das gilt auch für Gratis-SIMs und eSIMs.
  • Die Identifizierung geht oft komplett online, per eID, Video oder Selfie-Ident. Offline geht es im Shop oder in der Postfiliale.
  • Finger weg von „vorregistrierten“ Karten. Die Risiken liegen bei dir.
  • Wer nichts zahlen will, greift zur CallYa Freikarte oder zur o2 Freikarte.

Häufige Fragen zur SIM-Karte ohne Registrierung

Kann ich in Deutschland eine Prepaid-SIM ohne Registrierung kaufen?

Nein. Nach § 172 TKG müssen Anbieter vor der Freischaltung Name, Anschrift und Geburtsdatum erheben und bei Prepaid anhand eines Ausweisdokuments überprüfen. Ohne erfolgreiche Identifizierung wird die Karte nicht freigeschaltet.

Welche Ausweise werden akzeptiert?

Das Gesetz nennt Personalausweis, Reisepass, sonstige amtliche Lichtbildausweise, mit denen die Ausweispflicht erfüllt wird, Aufenthaltstitel und bestimmte Bescheinigungen nach dem Asyl- und Aufenthaltsrecht. Welche Dokumente ein Verfahren konkret annimmt, steht auf der Hilfeseite des Anbieters.

Muss ich mich auch für eine eSIM identifizieren?

Ja. Für Prepaid-eSIMs gilt dieselbe Pflicht wie für Plastikkarten. Der Unterschied: Nach der Identifizierung bekommst du das eSIM-Profil digital und musst nicht auf die Post warten.

Muss ich meine alte Prepaid-Karte nachträglich registrieren?

Karten, die vor dem 1. Juli 2017 aktiviert wurden, mussten nicht nachträglich geprüft werden. Ändern sich deine Daten oder erfährt der Anbieter von einem Inhaberwechsel, muss er die Daten aber berichtigen.

Sind Gratis-SIMs wirklich kostenlos?

Die Karte und der Versand kosten bei Angeboten wie der CallYa Freikarte oder der o2 Freikarte nichts. Bezahlt wird erst, was du verbrauchst oder an Paketen buchst. Die aktuellen Konditionen findest du auf den jeweiligen Analyse-Seiten.

Über den Autor

Florian Schmidt betreibt gratissimo.net allein und beobachtet den Prepaid-Markt seit über zehn Jahren. Wie er Angebote analysiert, steht auf der Seite Methodik.

Quellen

Stand der Abrufe: 28.10.2026.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen